Archiv des Autors: Thomas Wittich

Freiheit

…das ist das Motto des diesjährigen Frühlingsfestes vom 5. bis 7. April im Eulennest bei Hilgen, Pfaffing.

„Und alle, die von Freiheit träumen, dürfen Freiheit nicht versäumen“ sang in den 80ern Marius Müller-Westernhagen. Ob er damals damit auch meinte, dass derjenige, der Freiheit erlangen möchte, auch etwas dafür tun muss? Verbindlich sein, sich selbst gegenüber zum Beispiel?

Wie dem auch sei. Freiheit mag sich für jeden von uns auch immer ein wenig anders darstellen. Für mich bedeutet Freiheit in erster Linie, frei entscheiden zu können und das aus der größtmöglichen seelischen, geistigen und körperlichen Ganzheit heraus, möglichst ohne Abhängigkeiten und Zweifel am Selbst oder der Richtigkeit des Tuns.

Freiheit bedeutet aber auch, einmal entschieden, den eingeschlagenen Weg tatsächlich zu beschreiten und genau dafür frei und stark zu sein, um auf Kurs zu bleiben, wenn es doch einmal stürmisch werden sollte.

Freiheit darf aber genauso Spaß machen und es gibt nicht einen Grund, dass Freiheit nur für den Einzelnen da ist! Das Ablegen „alter Kleider“, das Frei-machen, genau darum geht es an diesem Wochenende, in Heilseminaren, Workshops, Schwitzhütten, Wildniskursen, Tanzzeremonien, …einer Hochzeit… und vielem mehr – und die Freiheit kann kommen!

Am Freitag wird das Wochenende mit einer Zeremonie eröffnet. Außerdem erwartet die Teilnehmer ein Frauenkreis, eine Männerschwitzhütte und Workshops für Männer. Wer will, hat natürlich auch einfach nur Zeit zum Sein bei Musik am Feuer. Am Samstag beginnen die Heilseminare, die sich über ganz verschiedene Wege der körperlichen Ganz- und Freiheit widmen: schamanische Extraktionsarbeit für körperliche Gesundheit, Schamanische Traumarbeit, Schwitzhütte für Freiheit und Heilung, Märchen für Kinder und Erwachsene. Kinder und Jugendliche können außerdem an einem Wildnisworkshop teilnehmen oder unter dem Motto „Rehohren, Fuchsgang und Eulenaugen“  Spiele und Übungen rund um unsere Wahrnehmung erleben. Auch für die Erwachsenen gibt es selbstverständlich Angebote und Möglichkeiten zur Rückverbindung an die Natur.

Mit einer naturspirituellen Hochzeitszeremonie erreicht das Fest am Sonntag seinen Höhepunkt. Das zweitägige Heilseminar findet mit einem Kreis der Heilung und Einzelterminen in Heilarbeit sein Ende, während die Kinder aufgefordert sind, beim „Zündeln – Schnitzen – Funken schlagen!“ alles rund ums Feuer zu erfahren. Das Wochenende klingt am frühen Sonntagnachmittag mit einer Abschlusszeremonie aus.

 

Eintrittspreise/ Energieausgleich:

Erwachsene: 98.- Euro für das gesamte Wochenende incl. Workshops, Seminaren, Schwitzhütten und Vollverpflegung

Kinder von 4 bis 12 Jahre 30.- Euro, Jugendliche bis 16 Jahre 58.- Euro

Erwachsene: 60.- Euro für das gesamte Wochenende incl. Workshops, Seminaren, ohne Vollverpflegung

Kinder 4 bis 12 Jahre 10.- Euro, Jugendliche bis 16 Jahre 20.- Euro

Achtung: Bei Überweisung bis 1. April wird ein Rabatt von 5.- Euro pro Person gewährt. Eine Anmeldung bis spätestens Mittwoch, 3. April ist in jedem Fall erforderlich!

Anmeldung bitte nur über: Katja Leinauer, anmeldung-fest-kepplinger@gmx.de

Verpflegung: Unter dem Motto „Wir feiern die Fülle des Frühlings“ bietet die Gärtnerei Barfuss Vollverpflegung an: zweimal Frühstück, zweimal Mittagessen, zweimal Abendessen, mit Snacks, Obst, Kuchen und Süßes zwischen den Malzeiten. Selbstverständlich biologisch, lecker und reichlich incl. Getränken zum Preis von 38.- Euro für Erwachsene und 20.- Euro für Kinder  bis 12 Jahre

Unterkunft: Übernachtung im eigenen Zelt/Tarp oder in Hotels und Pensionen in der näheren Umgebung, Hotelinfo: www.pfaffing.de  unter: Gast in Pfaffing

Parkplätze: Auf der linken Seite der Zufahrtsstraße, bitte nicht direkt am Gelände parken.

Anfahrt: von München, Wasserburg, Traunstein auf die B304 nach Pfaffing abbiegen,
bei Edeka im Ort rechts abbiegen, von da ab ausgeschildert. Von Rosenheim über die B15 bis Lengdorf, über Rott nach Pfaffing, hinter Edeka links abbiegen.

Drogen und Alkohol: Wir bitten aus Gründen der Rücksichtnahme auf Alkohol und Drogen zu verzichten.

Give away: In der Tradition der Indianer fließt die Energie im Kreis und kommt mehrfach zu einem zurück. Wer wenig gibt, bekommt wenig, wer großzügig ist, wird auch die Fülle spüren. Das ist ein universelles Gesetz. Diese Zeit JETZT zeigt, wo wir hinkommen, wenn wir an der Materie festhalten. Die Lehre von Herzen zu geben, kann eine viel tiefere Botschaft haben, als die Hitze in der Schwitzhütte. Der Schlüssel ist das Vertrauen in die Schöpfung und darauf, dass für uns gesorgt ist. Dann können wir großzügig und frei von Ängsten sein.

Weitere Informationen: www.joerg-udo-kepplinger.de

Durchstarten in den Frühling

Die Qualität der Startkraft beherrscht den März, wenn die ersten Pflanzen die Schneedecke durchbrechen, grüne Blätter sprießen und die Tiere sich heißhungrig auf die frische Nahrung stürzen.

Lebenskraft. Durchsetzungsvermögen. Startenergie. Essentielle Dinge sind es, die die Natur zur Zeit des meteorologischen Frühlingsanfangs braucht. Im Februar kitzelten die wärmenden Sonnenstrahlen bereits das junge Leben. Nun tragen die Amseln mit ihren wunderschönen, frühmorgendlichen Liedern das Ihrige dazu bei, dass Pflanzen und Tiere geweckt werden aus ihrer todesähnlichen Starre, aus ihrem Winterschlaf. Jetzt drängt alles nach oben, ans Licht. Der schmelzende Schnee zieht sich dank der zurückgekehrten Sonnenkraft zurück, die Triebe der Pflanzen kämpfen sich ans Licht und es gibt endlich wieder frisches Grün zu knabbern. Schlüsselblumen, Löwenzahn und die Pestwurz sprießen; die Bäume saugen den Saft aus dem Erdreich und schlagen aus. Schließlich wird es höchste Zeit für Pflanzenfresser wie Hirsche, Rehe oder Hasen, ihre erschöpften Kraftreserven aufzufüllen.

Gemeinsam mit dem Hasen bringt Ostara, die germanische Frühlingsgöttin, Fruchtbarkeit übers Land. Zwar zweifeln Experten daran, dass jene Ostara tatsächlich dem Reigen der germanischen Gottheiten angehörte. Doch ob sich nun der Osterbrauch von ihrem Namen ableitet oder ob er sich auf die östliche Himmelsrichtung bezieht – letztenendes bleibt die Bedeutung dieselbe: Im Medizinrad wie auch beim Lebenskreis der Kelten steht der Osten für Geburt und Erneuerung. Und egal ob sie nun von den Griechen Artemis oder von den Kelten Brigid genannt wird – es ist die ungestüme, kämpferische Kraft, mit der sich das neue Leben durchsetzt und die nun als Qualität den natürlichen Rhythmus beherrscht.

Unser Wasser ist keine Ware!

Wasser ist die Grundlage des Lebens. Dennoch haben mehr als eine Milliarde Menschen auf der Erde keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bisher kennen wir dieses Problem vor allem aus Afrika. Doch nun könnte es auch Europa treffen!

Die EU möchte den Markt öffnen für eine Privatisierung der Wasserrechte. In Portugal wurden die Städte und Gemeinden bereits dazu gezwungen, ihr Wasser an private Unternehmen zu verkaufen. Der Preis von Trinkwasser hat sich dort in den vergangenen Jahren um mehr als das vierfache erhöht. Zugleich verliert das Wasser an Qualität, da die Großkonzerne keine Notwendigkeit mehr darin sehen, defekte Leitungen kostspielig zu reparieren, wie ein Beitrag der Fernseh-Sendung Monitor zeigt (siehe Link unten). Als nächstes droht Griechenland ein ähnliches Schicksal.

Privatisierung bedeutet: Der Wasserpreis kann zukünftig vom Börsenkurs abhängen, Wasser könnte ein Exportschlager werden, die Qualität wird nicht mehr nach gängigen Richtlinien bestimmt, Großkonzerne kontrollieren, wenn’s drauf ankommt. Eine europaweite Bürgerinitiative versucht nun, die EU von ihrem Vorhaben abzubringen. Bis Mitte Januar werden 100.000 Stimmen benötigt, damit die EU sich zur Privatisierung des Wasserrechts erklären muss.

Link zum Fernsehbeitrag:

www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Link zur Unterschriftenaktion:

www.right2water.eu/de

Reinigung und Neubeginn

Die Qualität der Zeit um Lichtmess oder Imbolc, wie die Kelten das Fest nannten, offenbart sich in der strahlend weißen Brigid und ihrem Bären.

Mit Mariä Lichtmess am 2. Februar kehrt das Licht zurück. Imbolc hieß das Fest im keltischen Jahreskreis, und mit ihm begann sich das Jahresrad – am 25. November angehalten – wieder zu drehen. Obgleich die Natur noch in winterlicher Starre verharrt, werden die Tage schon deutlich länger, und unmerklich steigt bereits der Saft in die Bäume. Vor allem der Saft der Birke ist im Frühling heiß begehrt. Die Kelten haben daraus ihren Met gebraut. Birkensaft ist ein reinigendes Getränk, das die Schlacke des Winters aus dem Körper spült.

So war der Februar auch ein Monat der Reinigung (dies ist auch die ursprüngliche Bedeutung des Monatsnamens). Was nicht mehr gebraucht wird, erfährt durch die Kraft des Feuers eine Transformation. Wir können neu gereinigt in das Jahr gehen. Die Christen ließen daraus das Fest „Mariä Lichtmess“ entstehen: Nach jüdischem Brauch gilt eine Mutter nach der Geburt eines Sohnes 40 Tage lang als „unrein“. Mariä Lichtmess wird exakt 40 Tage nach Weihnachten gefeiert. Zunächst hieß das christliche Fest übrigens „Mariä Reinigung“. Für die Kelten jedoch war es die schöne Brigid – „die vom Strahlenkranz Umgebene“, welche die dunkle, schwarze Göttin ablöste, die als Holle, Percht, Cerridwen oder auch Morrigane den Winter beherrschte. Brigid wird sowohl mit dem ewigen Feuer, in dem das Alte verbrannt wird, als auch mit dem Wasser, das reinigt, in Verbindung gebracht.

Mit Brigid steigen die Elementarwesen und Fruchtbarkeitsgeister aus der Erde, allen voran der Bär. Er ist kein anderer als der wiedegeborene, noch verhüllte jugendliche Sonnenkönig. Die Geschichte dieses Liebespaares findet sich im Grimm’schen Volksmärchen „Schneeweißchen und Rosenrot“ wieder, in dem ein zum Bären verzauberter Prinz den Winter bei einer alten Frau und ihren beiden Töchtern verbringt. Die alte Frau ist die Holle, die beiden Mädchen stehen für die flammende und für die reinigende Seite Brigids, und der verzauberte Prinz ist natürlich der Sonnenkönig.

Ein wunderbarer Schatz verbirgt sich in den Märchen: Getarnt als Kindergeschichten, konnte das alte Kulturgut vor der Ausrottung bewahrt werden. Auf Papier gebannt, keimt es allerdings nicht – dazu müssen die Geschichten schon erzählt werden, sodass der alte Putz abbröckelt und frische Elemente dem Märchen zu neuem Leben verhelfen.

Nein zur Privatisierung der Wasserrechte!

Wasser ist die Grundlage des Lebens. Dennoch haben mehr als eine Milliarde Menschen auf der Erde keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Bisher kennen wir dieses Problem vor allem aus Afrika. Doch nun könnte es auch Europa treffen!

Die EU möchte den Markt öffnen für eine Privatisierung der Wasserrechte. In Portugal wurden die Städte und Gemeinden bereits dazu gezwungen, ihr Wasser an private Unternehmen zu verkaufen. Der Preis von Trinkwasser hat sich dort in den vergangenen Jahren um mehr als das vierfache erhöht. Zugleich verliert das Wasser an Qualität, da die Großkonzerne keine Notwendigkeit mehr darin sehen, defekte Leitungen kostspielig zu reparieren, wie ein Beitrag der Fernseh-Sendung Monitor zeigt (siehe Link unten). Als nächstes droht Griechenland ein ähnliches Schicksal.

Privatisierung bedeutet: Der Wasserpreis kann zukünftig vom Börsenkurs abhängen, Wasser könnte ein Exportschlager werden, die Qualität wird nicht mehr nach gängigen Richtlinien bestimmt, Großkonzerne kontrollieren, wenn’s drauf ankommt. Eine europaweite Bürgerinitiative versucht nun, die EU von ihrem Vorhaben abzubringen. Bis Mitte Januar werden 100.000 Stimmen benötigt, damit die EU sich zur Privatisierung des Wasserrechts erklären muss.

Link zum Fernsehbeitrag:  www.wdr.de/tv/monitor/sendungen/2012/1213/wasser.php5

Link zur Unterschriftenaktion:  www.right2water.eu/de

Geschichten, wie die Natur sie schreibt

Wenn frischer Schnee den Boden bedeckt, dauert es nicht lange, bis Natur-Detektive darin die ersten Spuren unzähliger Tierarten lesen können.

In flottem Trab passierte der Hase die Gärten und Wohnhäuser, aus deren Fenstern goldenes Licht schimmerte. Erst am Waldrand schlug er ein gemütlicheres Tempo an. Im Schutz der Bäume ist er sicherer als auf offenem Feld. Wäre da nicht der Fuchs, dessen Spuren sich hier ebenfalls verdichten. Was hat Reineke wohl gesucht? Roch er den Hasen und erhoffte sich eine fette Mahlzeit während der kalten Wintertage? Der Hase jedenfalls genoss sorglos das Futter, das er in Form von zarten Knospen an den jungen Buchenschösslingen vorfand. Das zeigen die zahlreichen abgeknabberten Zweige und die runden, strohigen Kotkügelchen, die überall in seiner Spur liegen. Der Fuchs scheint sich indessen mit einer kleineren Beute begnügt zu haben: Die winzigen Spuren eines hüpfenden Mauswiesels enden abrupt, als sie mit den eng beieinander liegenden Pfotenabdrücken des Fuchses zusammentreffen. Ein geschickter Schleicher, dieser Reineke.

Geschichten wie jene schreibt die Natur überall, wo sich Wildtiere bewegen. Im Winter, wenn Schnee liegt, kann man ihre Schrift am besten lesen. Wer beim Spazierengehen aufmerksam die Schneedecke beobachtet, erkennt schon bald die sich wiederholenden Spurenmuster. Am einfachsten ist es, zunächst einmal einem Hund zu folgen und seine Abdrücke zu untersuchen. Auf den ersten Blick gleichen sie denen des Fuchses, doch bald schon werden die Unterschiede deutlich: Der Pfotenabdruck eines Fuchses ist länglicher, die beiden Vorderzehen liegen so weit vor den seitlichen Zehen, dass man eine quer verlaufende Linie durch den Abdruck ziehen kann. Außerdem „schnürt“ ein Fuchs meistens sehr geradlinig durchs Gelände. Er stromert und schnuppert nicht kreuz und quer herum wie die Hunde, denn schließlich ist er ein Wildtier, muss auf Deckung achten und gerade im Winter gut mit seinen Energien haushalten.

Aber nicht nur am Boden, in Form von Abdrücken, zeigen sich die Spuren. Auch ein Kothaufen kann Hinweise geben, welches Tier sich hier bewegte und was es an Nahrung gefunden hat. An der Rinde der Bäume oder im Stacheldraht verfangen sich oft ganze Büschel von Fellhaaren. War es ein Reh, das sich den juckenden Pelz rieb? Oder stammen die roten, langen Haare vielmehr vom buschigen Schwanz des Eichhörnchens, dessen Spuren sich unten am Baumstamm im Schnee verlieren? Aber gleich so viele Haare auf einmal? Nun, vielleicht birgt die Fichte den Kobel des Eichhörnchens, und der Stamm ist so etwas wie die ständig benutzte „Hauseinfahrt“?

Nur in den seltensten Fällen erzählt die Natur ihre Geschichten ganz eindeutig. Meistens wirft sie unzählige Fragen auf. Wer zum Detektiv werden will, braucht keinen kilometerlangen Marsch in die Wildnis auf sich zu nehmen. Meist reichen schon ein paar Schritte hinaus in den eigenen Garten oder an den Waldrand. Probiert es aus!

Eine gute Grundlage zum Analysieren der verschiedenen Spuren bietet das Buch „Tierspuren“ von Preben Bang und Preben Dahlström, erschienen im blv-Verlag.

Geschichten aus dem Universum

„Das steht in den Sternen“, sagt mancher gerne – und ahnt gar nicht, wie viel unsere Vorfahren tatsächlich aus den Sternen gelesen haben.

Der Dezember bringt die längsten Nächte des Jahres, fast zwölf Stunden am Stück ist es draußen nun dunkel. In klaren Nächten herrschen somit beste Voraussetzungen für Sternengucker.

Aber es sind nicht nur Sterne, die wir am nächtlichen Himmel leuchten sehen: Auch Planeten sind Himmelskörper, die von einem Stern ähnlich unserer Sonne angestrahlt werden und das Licht reflektieren, als ob sie selbst leuchten würden. Durchs Fernrohr kann man erkennen, dass ihr Licht sichelförmig ist – wie der Mond in den meisten Nächten. Wir sehen dann das reflektierte Licht, während sich der andere Teil der Kugel im Schatten befindet.

Weit entfernte Sterne leuchten immer am selben Punkt im Firmament. Sie bilden die Grundlage zu den Sternbildern, bei denen sich die Menschen Striche zwischen den Sternen gedacht und daraus Bilder geformt haben. In der nördlichen Hemisphäre gibt es beispielsweise den „Großen Wagen“, oder das „w“ der Kassiopeia zu sehen. Und auch der „Orion“ lässt sich anhand seines Gürtels aus drei Sternen auf einer Linie leicht identifizieren. Orion galt in der griechischen Mythologie als der Sohn des Meeresgottes Poseidon. Aufgrund seiner Schönheit verliebten sich Eos, die Göttin der Morgenröte wie auch die Jagdgöttin Artemis in ihn. Weil Artemis ihrer Rivalin den Jüngling nicht gönnte, erschoss sie ihn mit einem Pfeil, woraufhin er am Himmel verewigt wurde. In einer anderen Version brüstete Orion sich damit, der größte Jäger der Welt zu sein, was ihm die Göttermutter Hera verübelte. Sie sandte einen Skorpion aus, der Orion einen tödlichen Stich zufügte. Gott Zeus versetzte daraufhin beide an den Himmel. Wenn das Sternbild „Skorpion“ im Osten aufgeht, muss Orion den Himmel im Westen verlassen. Dadurch stehen die beiden Kontrahenten niemals zusammen am Himmel. Wer im Sternenhimmel zu lesen wusste, dem gingen die Geschichten niemals aus.

Auch die Geschichte zum 21.12.2012 leitet sich unter anderem daraus ab. Sonne, Erde und andere Planeten stehen an diesem Datum laut Astrologen in Konjunktion zum Äquator der Milchstraße. Nur alle 26.000 Jahre tritt diese Konstellation auf – wie auch die so genannte Präzession der Erdachse: Bei der Kreiselbewegung um sich selbst lenkt die Anziehungskraft von Sonne und Mond die Erdachse ein wenig ab, sodass die Erde in ihrer Bewegung „eiert“. Alle 26.000 Jahre befindet sich die Erdachse allerdings wieder am jenem Punkt, den wir am 21.12.2012 erleben. Eventuell haben die Maya diesen Rhythmus erkannt und in ihren Kalender aufgenommen, dessen vierter Zyklus ebenfalls an diesem Datum endet und in den fünften Zyklus übergeht. In manchen überlieferten Maya-Dokumenten wird dazu die Geschichte erzählt, dass der Gott Bolon Yokte, der bei den Maya ebenso für Zerstörung wie für Schöpfung verantwortlich war, vom Himmel herabsteige. Welche Geschichten wir über diese Zeit, in der wir leben, erzählen wollen, haben wir selbst in der Hand. „Wir sind die, auf die wir gewartet haben“, sagen die Hopi. „Und wir können etwas tun“, ergänzt Dirk Schröder, der Leiter der Wildnisschule Chiemgau … beispielsweise bei der

ZEITENWENDE

21. – 23. Dezember im „Eulennest“ in Hilgen bei Pfaffing, Anmeldung und weitere Informationen unter http://www.elementar-erfahrungen.de/160-0-veranstaltungen-21-12-und-danach.html

 

 

Samhain – Zeit der Ahnen

Im November stirbt die Natur und legt damit den Grundstein für neues Leben – der Kreislauf schließt sich

Der November ist die Zeit des Sterbens und Loslassens. Kaum ein Vogel zeigt sich uns mehr, geschweige denn dass wir sein Lied zu hören bekommen. Die meisten haben sich in den wärmeren Süden verabschiedet. Die Bäume – das stehende Volk – können der mitteleuropäischen Kälte im Winter nicht entfliehen. Nach den ersten kalten Nächten vergilben ihre Blätter und die nährenden Säfte ziehen sich aus den Ästen in die Tiefe der Wurzeln zurück, die geschützt unter der Erde liegen. Zurück bleiben kahle Äste und Stämme, die an Skelette erinnern. Aus der Ferne lässt sich kaum beurteilen, ob der Baum bereits abgestorben ist oder einfach nur „schläft“. Was Bäume, Pflanzen und Tiere im November so selbstverständlich durchlaufen, ist ein Thema, das vielen Menschen Angst macht: das Loslassen des Altgewohnten, das Sterben.

Die Kelten zelebrierten um den 1. November herum Samhain, eines der vier großen Feste im Jahreszyklus. Sie erzählten sich Geschichten von Helden, die um diese Zeit ihren Weg in die Welt der Toten antraten, und von Geistern und Elfen, die dann aus der Anderswelt in die reale Welt hinüber schwirrten. Zu Samhain wurden die Grenzen zwischen den Welten durchlässig; es war die Zeit, in der Begegnungen zwischen Lebenden und Toten stattfanden. Mit dem November begann bei den Kelten der neue Jahreskreislauf, wie auch mit dem Einbruch der Dunkelheit für sie der neue Tag begann. Der Tod war die Voraussetzung dafür, dass neues Leben entstand. Und das erkannten sie an.

Ihre Lebenseinstellung nahmen die Kelten direkt aus der sie umgebenden Natur: Während sich die Lebenskraft der Bäume in die Tiefe des Erdbodens zurückzog, hatten die Bäume mit den Blättern auch ihre Früchte und Samen abgeworfen. Umgeben von einer harten Schale und schließlich geschützt unter einer dicken Schneedecke war in diesen winzigen Kapseln alles an Material und Information enthalten, was im Frühling frisches Leben entstehen ließ. Um die kalte Jahreszeit zu überstehen, nährten sich die Menschen von ein paar jener Samen, von Nüssen und Wurzeln – und damit vom Vertrauen auf die Lebenskraft, die in einem geschlossenen Kreislauf wiederkehrt.

Vergehen und Werden

Die Natur geht mit gutem Beispiel voran: Sie lässt das Alte los, nachdem sie für das Überleben der zukünftigen Generation gesorgt hat.

Der Wind hat die Farbenpracht fast allerorten von den Bäumen geweht, übrig bleiben die kahlen Skelette von Bäumen, durch die nun der Nebel wabert. Ein paar Insekten torkeln noch durch die kalte Luft. Wer sich nicht rechtzeitig in eine schützende Ritze verkrochen hat, verliert. Die Natur scheint wie abgestorben, feindlich allem Lebenden gegenüber. Die Zugvögel befinden sich längst auf ihrer Reise in den Süden. Fledermaus, Siebenschläfer und Igel haben sich unter die Erde zum Winterschlaf verkrochen. Doch noch etwas anderes „schläft“ eingebettet in den Humus: die Samen, mit welchen die Natur für die nachwachsende Generation im nächsten Jahr vorgesorgt hat. Das Neue ist also bereits am Werden, während das Alte vergeht.

Obwohl die Menschen sich die Kälte mittels Heizung und die Dunkelheit mittels elektrischem Strom vom Leibe halten, macht sich doch auch unter ihnen die November-Qualität bemerkbar. Manch einer möchte Beschwerliches loslassen, bevor es in die dunkelste und kälteste Zeit des Jahres geht. Wer sich die Natur als Vorbild nimmt, erhält von ihr einen wertvollen Hinweis: Loslassen funktioniert am besten, wenn man bereits etwas Neues gesät hat. So kann sich der Blick vom Vergangenen auf das Zukünftige richten, und Trauer über das Verlorene endet mit der Hoffnung auf einen Neuanfang. Bei den Kelten begann deshalb auch das Jahr mit dem Monat November, den sie „Nebelung“ nannten.

A propos: Weiß jemand, warum der November der nebelreichste Monat ist?

Wer die Antwort wissen will, findet sie unter dem Menüpunkt „Aktuell“ …

Woher der Nebel kommt – die Antwort zur Frage im Thema des Monats November

Nebelschwaden trüben die Sicht im November. Vor allem über Flüssen und Seen halten sie sich hartnäckig. Dort kann der Nebel wunderbar geheimnisvolle Stimmungen zaubern … im Straßenverkehr jedoch verärgert er die Menschen, weil sich durch ihn die Sichtweite verringert. Warum er gerade im November so oft auftritt? Das liegt vor allem an den Mengen an Wasserdampf, welche die noch warme Herbstluft mit sich führt.

Warme Luft ist feuchter, sie kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Wenn die Lufttemperatur stark absinkt, muss die Luft einen Teil des in ihr enthaltenen Wasserdampfes loswerden. Das tut sie, indem sich der Wasserdampf zu winzigen Tröpfchen vereint. Diesen Vorgang nennt man Kondensation.

Im Herbst kühlt sich die Luft stetig ab. Während dieses Prozesses bilden sich vermehrt die Wasserdampf-Tröpfchen, die dann in der Luft schweben bleiben, bis die Sonne die Luft tagsüber erwärmt und damit den Wasserdampf in der Luft unsichtbar macht. Für kurze Zeit herrscht klare Sicht – aber nur bis zum Abend, wenn die Temperatur wieder sinkt.

Im Dezember schließlich ist die Luft schon so abgekühlt, dass sie kaum noch Wasserdampf enthält. Dann wird der Nebel abgelöst von klirrend kalten Tagen und Nächten mit klarer Sicht bis in den Sternenhimmel.