Bärlauch – ein Frühlingsgedicht

Lyrisches aus den Wäldern…

 

Wenn Frühling kommt, kommst Du zu mir!

Bringst Bärenkraft, sie steckt in Dir!

Neuer Schwung in müde Glieder;

Kommst so bald und gehst dann wieder.

Feucht-lichte Wälder magst Du sehr,

verzauberst sie in lauchig Meer!

Mit Ameisenhilf und allein

bringst Ölsämlein der Erde heim.

Vierzehn Monde wird es nun ruhn,

gebärend Schritt wird’s dann erst tun.

Fast dreieckig im Stengel bist,

Sternchenweiß die Blütdolde ist.

Schwertförmig Deine Blätter sind,

gleichen stark dem Maiglöckchenkind.

Doch Dein Duft ist sich’res Zeichen,

der Gefahr kann man so weichen.

Sind ähnlich Blümlein wohl auch Qual,

beim Mahl läßt Du mir gern die Wahl:

Zwiebel, Blätter oder Blüte,

ganz nach eigenem Gemüte.

Gemüse, Pesto und Tinktur,

als Essig, Öl oder auch pur.

Heilst Magen, Darm besonders gern,

die schlechten Kleinen hälst Du fern.

Das Blut machst stark und so die Haut,

wenn man sich Dir nur anvertraut.

Mancher Tiere Darm und Magen

soll’n sich gerne an Dich wagen.

Haben wir den Bären auch vertrieben,

seine Kraft ist uns in Dir geblieben!

( Veronika Puzio, März 2007 )

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