Beltane – Zeit der fröhlichen Feste

Es ist Frühling geworden. Dies ist die Zeit, in der die Natur wieder erwacht, die Blumen in leuchtenden Farben im Wind wehen, die Bäume ihre hellgrünen Blätter ins Sonnenlicht schieben, die Vögel ihre Lieder trillern. Aus Anlass dieses Neuanfang in der Natur finden jedes Jahr fröhliche Feste statt.

Reicht der Tanz in den Mai vielleicht auf das keltische Jahreskreisfest Beltane zurück? Von den Kelten wird berichtet, dass in der Nacht auf den 1. Mai, die den Beginn des Sommers markiert, zwei Feuer nebeneinander angezündet wurden. Dazwischen trieben sie das Vieh, um es zu reinigen und zu stärken, so dass die Tiere viel Milch geben und gesunde Kälber zur Welt bringen sollten. Die Burschen tanzten durch das Feuer und stellten so ihren Mut und ihre Stärke unter Beweis. Es wird erzählt, das an dem Tag junge Männer den auserwählten Mädchen einen Weißdornzweig ins Haar steckten, um so ihre Liebe zu zeigen. Der Tanz in den Mai ist bis auf den heutigen Tag geblieben, ebenso das Aufstellen des Maibaums.

Der Beginn des Sommerhalbjahrs liegt genau zwischen der Frühlings-Tag-und-Nachtgleiche und der Sommersonnenwende. Dieses Datum war deshalb so wichtig, weil damit der strenge Winter, der früher mehr als heute von Hunger, Krankheiten und Tod gekennzeichnet war, der Sonne gewichen ist. Der Name sagt schon, dass es das Fest der strahlenden Sonne war (Bel = leuchtend, Tene = Feuer). „Der Mund des Feuers“ wird der gälische Begriff Bealtaine auch übersetzt.

Das Feuer spielte im Leben der Kelten eine bedeutende Rolle, weil es auf der einen Seite Wärme spendet, aber auch die zerstörerische Kraft hat. Die Kelten sahen in ihrem Schein sowohl die Dunkelheit, als auch das Licht. Phyllida Anam-Aire aus Irland schreibt in ihrem Buch „Keltische Weisheiten im Alltag“ über die Naturwesen sehr schön: „Am 1. Mai wurde die Ankunft des Sommers gefeiert, wenn die Feen oder sidhe (auch Devas oder Engel) kamen, um Lebens- und Sangesfreude in die Erde zu tanzen, um auf diese Weise die Natur mit ihrem Lächeln zu segnen, das aus der Sonne kam.“

Im keltischen Kalender war Beltane eines der acht Feste im Jahreszyklus. Wer diese Tradition wiederbeleben möchte, kann sein eigenes Fest kreieren. Machen Sie ihr eigenes Feuerritual, bei dem es darum gehen kann, Altes abzugeben, sich zu reinigen und für neue Kraft um das Feuer zu tanzen. Ein festliches Ritual am Vorabend zum 1. Mai steht im Zeichen der Freunde, Liebe und des Wachstums. Wenn kein offenes Feuer entzündet werden darf, können Kerzen den Raum erhellen, entscheidend für die Wirkung ist die Absicht, mit der dies getan wird. Frische Blumen und grüne Sträucher aus der Natur stehen symbolisch für das neue Leben und die Fruchtbarkeit in diesem Abschnitt des Jahres. Natürlich gehört es am Ende auch dazu, festlich zu essen und zu trinken. Das war auch bei den Kelten so. Sie ehrten damit all die Gaben, die nach ihrem Weltbild aus der Hochzeit von Mutter-Erde und Vater-Sonne entstanden sind. Beltane wird ja auch als „Heilige Hochzeit“ bezeichnet, der Vermählung von Himmel und Erde. Wenn wundert es da, das dieser Termin heute noch für Hochzeiten äußerst beliebt ist.

Wer nicht mit Freunden feiert, kann für sich ein kleines Ritual praktizieren. Stellen Sie sich gegen Mittag einfach in den Garten, auf eine Wiese oder planen Sie eine Wanderung so, dass dann der Berggipfel erreicht ist. Nehmen Sie sich etwas Zeit und begrüßen Sie mit erhobenen Händen die Sonne in jeder der vier Himmelsrichtungen. Dabei kann man sich bei der lebensspendenden Kraft bedanken und seine Wünsche aussprechen. Singen, Tönen, tanzen kann auch alleine eine Freude sein.

Ein Betrag von Dirk Schröder, Wildnischule Chiemgau – Elementar Erfahrungen