Der Dachs

Infos und Interessantes über den Dachs

Warum möchte ich über den Dachs schreiben?

Im Moment begegnen mir viele tote Dachse am Strassenrand. Oft halte ich an und schau, was verletzt ist und wie groß die Tiere sind. Auffällig ist, dass die meisten Dachse relativ klein sind. Vielleicht geht es euch auch so. Und vielleicht habt ihr euch schon öfters vorgenommen, mehr über die Dachse und ihre Lebensweise zu erfahren. Nun möchte ich meine Recherche mit euch teilen und somit zum Verstehen der versteckten Lebensweise des Meister Grimbarts beitragen. Vielleicht haltet ihr auch nächstes Mal an und verabschiedet die Seele mit einem Gebet und einem kleinen Geschenk – sei es Tabak oder eine Blume, die ihr am Wegesrand pflückt. Die Seele des Dachses wird es euch danken und somit legt ihr die ersten lockeren Verbindungen zum Dachs, der euch hoffentlich bald lebendig begegnen wird.

Der Dachs – Méles méles; im Englischen – Badger

Das ausgewachsene Tier kann eine Gesamtlänge von 80 – 100 cm haben, davon Körperlänge von 65 – 80 cm und der Schwanz 15 – 20 cm. Die Schulterhöhe beträgt etwa 30 cm, Gewicht 7 – 12 kg (Weibchen) bis 15 – selten 24 kg (Männchen). Sein Leib ist gedrungen und etwas plump, mit kleinen Augen und Ohren und einer rüsselförmigen Schnauze. Die Vorderpfoten sind groß und haben 5 lange Krallen, mit denen er seinen Bau gräbt und nach Nahrung sucht. Die Hinterkrallen sind nur etwa 1/3 so lang wie die Vorderen. Die Fellfärbung ist am Rücken und Seiten weißgrau und schwarz gemischt, Unterseite und Beine schwarz, Kopf weiß mit zwei schwarzen, über die Augen und weißgeränderten Ohren sich hinziehenden Längsstreifen. Der Dachs ist ein Sohlengänger und bei ruhiger Gangart deckt der Tritt des Hinterfußes nicht ganz den Tritt des Vorderfußes. Die Losung ist ähnlich der des Fuchses, doch etwas zylindrischer, mit rauer Oberfläche und findet sich in selbstgegrabenen länglichen Löchern.

Zum Schädel möchte ich nichts schreiben, denn nach einiger Zeit könnt ihr den Schädel vom verwesten Tier mitnehmen und selber studieren.

Die Lebensweise des Dachses ist sehr zurückgezogen. Er kommt in der Ebene sowie im Gebirge bis 2000m vor. Am Tag ruht er in seinem versteckten Bau, vorzugsweise auf der Sonnenseite ungestörter Wälder (ich habe den Bau auch oft auf Schattenseiten gesehen – jedoch meist ab von den begangenen Wegen) in der Nähe von Feldern. Er ist misstrauisch und begibt sich nachts auf Nahrungssuche. Im Winter schläft er viel im Bau und kommt ab und zu zur Nahrungssuche und zum Trinken heraus. Er behält im Winter seine Körpertemperatur bei und kann aufgrund seines Fettvorrats bis zu drei Monaten ohne Nahrungsaufnahme auskommen.

Seine Nahrung ist sehr vielfältig – von Wurzeln, Bucheckern, Eicheln, Fallobst, Pilze, Beeren bis hin zu Schnecken, Insekten, Mäusen, Maulwürfe, Frösche, Jungvögel von Bodenbrütern, nestjunge Kaninchen und Hasen, sowie Aas. Nach Regenwürmern sticht er mit seiner Schnauze trichterförmige, 3-5 cm tiefe Löcher in den Humus und die Laubschicht. Gelegentlich scharrt er Hummel- und Wespennester aus, vor den Stichen der erbosten Insekten durch die Fettschicht geschützt.

Der stets sauber gehaltene Bau (Gegensatz zum Fuchs) ist ein Gangsystem mit einer Zufahrtsröhre, etwa 6 notfalls als Fluchtweg dienenden Ausgängen, einigen senkrecht aufsteigenden Luftschächten, und mehreren ca. 1,5 – 2 m unterirdisch liegenden Kesseln. Er hat eine besondere Abortgrube, in der Kot und Abfälle verscharrt werden.

Er kann einzelgängerisch, paarweise oder im Familienverband leben (hier wiederspricht sich die Literatur – also bitte macht euch selber auf die Suche nach einem Bau und beobachtet das Leben der Dachse. Viel Spaß dabei!). Manchmal teilen sich Fuchs und Dachs den Bau.

Die Hauptpaarungszeit fällt in den Juli und in den August. Manchmal kann eine Nebenranz im Frühwinter beobachtet werden. Nach 7-8 Monaten (Januar oder Februar) wirft die Dächsin in einem sorgfältig ausgepolsterten Kessel 3 – 5 blinde Junge, die erst mit 4 – 5 Wochen die Augen öffnen und bis zum Herbst bei der Mutter bleiben. Benachbarte Familien besuchen sich gegenseitig in den Bauen und verhalten sich friedlich. Mit 1,5 – 2 Jahren sind die Jungen fortpflanzungsfähig.

Ein Dachs kann 10 – 12 Jahre alt werden.

Das für den Regen undurchdringliche Fell wird zu Taschen und dergleichen verarbeitet. Aus den langen Haaren, besonders vom Schwanz bindet man Pinsel und Bürsten. In der Volksmedizin hat das Dachsfett eine bedeutende Rolle. Bei mir in der Gegend ist ein Dachsbau und ich freue mich schon jetzt, immer wieder da hinzugehen und zu beobachten, was sich tut. Bis bald – und wenn ihr Lust habt, dann können wir uns über unsere Beobachtungen austauschen.

Barbara

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