Die Verletzbarkeit der jungen Generation

Im Juli brauchen die Pflanzen noch einmal die geballte Sonnenkraft, um die Früchte reifen zu lassen. Hagelstürme hingegen könnten die junge Generation vernichten.

Heiß und still ist es im Juli. Die Frühlingslieder der Vögel sind verstummt, nur die Singdrossel flötet abends oder nach Gewitterschauern noch immer ihr melodiöses Lied. Ihre Aktivitäten haben die Tiere in die Dämmerung oder sogar ganz in die Nacht verlegt, wenn es kühl ist.

Das Getreide auf den Feldern ist nun fast reif, ebenso die Früchte an den Bäumen wie Aprikosen, Kirschen, Mirabellen und Pflaumen. In diesem Stadium brauchen die Pflanzen noch einmal die geballte Kraft der Sonne, um ihre Nachkommenschaft – denn nichts anderes sind die Früchte, in denen die Samen für eine neue Pflanze ruhen – vollends gedeihen zu lassen. Viel Regen während der Reifezeit Ende Juni und Anfang Juli kann der Ernte einen beträchtlichen Schaden zufügen; ganz zu schweigen von Gewittern mit Hagelschlag, welche die Früchte vorzeitig von den Ästen und Stengeln dreschen! Die verletzten Pflanzenteile werden braun und faulen ab – ohne überlebensfähige Samen für die nächste Generation Pflanzen produziert zu haben. Umsonst war dann die ganze Kraft, mit welcher die Natur monatelang am Wachstum gearbeitet hat.

Mitte Juli beginnt die Ernte auf den Getreidefeldern. Auch für die Bauern ist es entscheidend, dass die Zeit der Reife ohne größere atmosphärische Störungen vonstatten geht. In früheren Zeiten hatte der Juli übrigens den Namen Heuert: So wichtig war den Menschen die erste Heu-Mahd, dass sie sogar einen ganzen Monat danach benannten. Schließlich aber wurde der Heuert dem römischen Feldherrn Julius Cäsar zu Ehren in Juli umbenannt.