Durchstarten in den Frühling

Die Qualität der Startkraft beherrscht den März, wenn die ersten Pflanzen die Schneedecke durchbrechen, grüne Blätter sprießen und die Tiere sich heißhungrig auf die frische Nahrung stürzen.

Lebenskraft. Durchsetzungsvermögen. Startenergie. Essentielle Dinge sind es, die die Natur zur Zeit des meteorologischen Frühlingsanfangs braucht. Im Februar kitzelten die wärmenden Sonnenstrahlen bereits das junge Leben. Nun tragen die Amseln mit ihren wunderschönen, frühmorgendlichen Liedern das Ihrige dazu bei, dass Pflanzen und Tiere geweckt werden aus ihrer todesähnlichen Starre, aus ihrem Winterschlaf. Jetzt drängt alles nach oben, ans Licht. Der schmelzende Schnee zieht sich dank der zurückgekehrten Sonnenkraft zurück, die Triebe der Pflanzen kämpfen sich ans Licht und es gibt endlich wieder frisches Grün zu knabbern. Schlüsselblumen, Löwenzahn und die Pestwurz sprießen; die Bäume saugen den Saft aus dem Erdreich und schlagen aus. Schließlich wird es höchste Zeit für Pflanzenfresser wie Hirsche, Rehe oder Hasen, ihre erschöpften Kraftreserven aufzufüllen.

Gemeinsam mit dem Hasen bringt Ostara, die germanische Frühlingsgöttin, Fruchtbarkeit übers Land. Zwar zweifeln Experten daran, dass jene Ostara tatsächlich dem Reigen der germanischen Gottheiten angehörte. Doch ob sich nun der Osterbrauch von ihrem Namen ableitet oder ob er sich auf die östliche Himmelsrichtung bezieht – letztenendes bleibt die Bedeutung dieselbe: Im Medizinrad wie auch beim Lebenskreis der Kelten steht der Osten für Geburt und Erneuerung. Und egal ob sie nun von den Griechen Artemis oder von den Kelten Brigid genannt wird – es ist die ungestüme, kämpferische Kraft, mit der sich das neue Leben durchsetzt und die nun als Qualität den natürlichen Rhythmus beherrscht.