Klimaschutz und Bioprodukte

Worum es eigentlich geht

Noch im Jahr 2000 gab es selbt in Kreisen der Wissenschaftler sehr geteilte Meinungen darüber, ob es so etwas wie vom Mensch gemachte Klimaveränderungen überhaupt gibt. Ganz zu schweigen von den Zweifeln an einem solchen Phänomen, welche die Menschen hegten oder hegen, die die Erde maßgeblich als Selbstbedienungsladen zur Befriedigung der eigenen Bedürfnisse und zum Mehren des eigenen Wohlstandes betrachten. Heute finden sich Meldungen zum „Klimaschutz“ und zur Erderwärmung“ in allen Medien – das Thema ist „trendy“.

Welche Motivation steckt hinter den meisten Meldungen? Ein eindeutiger Trend ist das verbreiten von Angst. Es wird viel von den Kosten gesprochen, welche die Klimaveränderungen mit sich bringen. Es wird davon gesprochen, dass es mehr Hitzetote und mehr Verwüstung durch Naturkatastrophen gibt. Die neue Lieblingszahl der Medien ist „nur noch 13 Jahre“. Die meisten Meldungen liegt nach wie vor Unverständniss und Egoismus zugrunde. Plötzlich wird Natur schützenswert, aber nicht um der Natur willen, sondern nur um unsere eigenen Hintern zu retten. So erfreulich einige der Auswirkungen dieser Erkenntnisse sein werden, so traurig ist die Motivation dazu.

Aus der indianischen Philosophie gibt es eine ganz einfache Botschaft für die Menschen:
„Die Erde ist das größte Geschenk Gottes und seine manifestierte Liebe. Ursprüngliche und aktuelle Aufgabe der Menschen ist es, diesen Garten Edens zu pflegen“

Dieser Philosophie folgten die Menschen über hundertausende von Jahren, bis sich vor rund 10.000 Jahren einige dachten, dass sie ein viel besseres Leben führen könnten, wenn sie es sich auf Kosten der anderen Mitbewohner auf der Erde einfach nehmen würden was sie wollen darüber entscheiden, wer mit uns die Erde bewohnen darf und wo die Menschen noch Platz für andere Spezies lassen möchten. So kam es – und nach eben rund 10.000 Jahren dieses neuen denkens stehen wir kurz vor dem Ende des „Experiments Zivilisation“. Offensichtlich gehen unsere Ressourcen, auf denen unsere Zivilisation beruht, zur Neige und unsere Lebensgrundlage wird weiter zerstört. Anstatt kollektiv einzusehen, dass der Zug in die falsche Richtung fährt, beschleunigen wir lieber unsere Fahrt in den Untergang.

Was ich damit meine? Alle Lebensformen der Erde unterliegen gewissen Gesetzmäßigkeiten. Nur der Mensch glaubt, diese Gesetze umgehen zu können. Dies mag kurzfristig gelingen, kann aber nie Bestand haben. Gibt es für eine Spezies ein Überangebot von Nahrung z.B. viele Nüsse der Zirbelkiefern, dann steigt die Popolationsdichte der Tannenhäher. Wird das Nuss-Angebot kleiner, dann verhungern einige Häher oder wandern in andere Regionen ab. Duch die menschliche Intelligenz und unseren Erfindungsreichtum sind wir heute in der Lage, kurzfristig fast alle Regulatoren der menschlichen Populationsdichte zu kontrollieren und uns scheinbar unaufhaltsam zu vermehren. Der erhöhte Platzbedarf verursacht die Urbarmachung der letzten Naturflächen und Abholzung der letzten natürlichen Wälder. Damit minimieren wir weiter die Artenvielfalt und das Mehr an Menschen verursacht durch seine naturfeindliche Lebensweise mehr Zerstörung. Der neuste Clou ist „Genfood“. Sollte es den Wissenschaftlern gelingen Tiere zu klonen und sollte sich genmanipuliertes Saatgut weiter durchsetzen, so wird es noch mehr Nahrung geben und durch vermehrtes Nahrungsangebot wiederum mehr Menschen und mehr Zerstörung unserer gemeinsamen Lebensgrundlage. Werden diese Trends nicht aufgehalten ist das Ende der Zivilisation in Sichtweite. Denn gerade die Regeln der Populationsregulation gelten auch für uns – nur gelten für uns Menschen größere Zeitdimensionen. Sind die Lebensgrundlagen, die  unsere Lebensgrundlagen sind, zugleich aber auch die Lebensgrundlagen von Millionen von anderen Spezies, erst einmal zerstört, dann wird die Population der Gattung Mensch entsprechend der natürlichen Gesetze rasend schnell abnehmen.

Was tun? Am Anfang steht die Akzeptanz und die Erkenntnis. Wir Menschen sind nicht die Götter dieser Erde und können nicht ungestraft tun und lassen was wir wollen. Nehmen wir keine Rücksicht auf die Ökosysteme, die uns in letzer Konsequenz am Leben erhalten, so wird deren Störung oder Vernichtung nach einer entsprechenden Zeit auf uns zurück fallen. Aktuell sind z.B. 77% der weltweiten Fischbestände überfischt (mehr Fisch gefangen als nachwachsen kann) und der Ausbau der Fischereiflotten wird weltweit jährlich mit 11 Mrd € subventioniert. Wenn Du beginst Dich selbst als einen gleichwertigen Teil der gesamten Lebensgemeinschaft der Erde bestehend aus allen Menschen, Tieren und Pflanzen zu betrachten, dann ist der wichtigste Schritt getan. Die folgenden Überlegungen gehen dann dahin, wie Du Dein Leben gestalten solltest, um zu bekommen, was Du benötigst und gleichzeitig den anderen auch das zu lassen, was sie benötigen. Aber das ist ein Thema für sich…

Noch ein Wort zum Trend bei Bio-Lebensmitteln: Der Trend ist schön, kaufe Bio. Aber verstehe auch, was Bio eigentlich bedeutet. „Bio“ ist nichts exotisches oder besonderes, sondern Bio ist der Normalfall der Lebensmittel. So sollten Lebensmittel eigentlich sein – natürlich gewachsen und als Nahrungsmittel behandelt. Alle „Nicht-Bio“ Lebensmittel müssen demnach unangemessen mit Chemikalien behandelt und industriell, respektlos und ausbeuterisch produziert worden sein.

Autor: Stefan Koch
Eigene Links:
Alltags-Öko-Tipps
Kurs Erdphilosophie

Externe Links:
Buchtipp: Daniel Quinn „Ismael“ z.B. beim Adler Buchversand
WWF Info zu „Jeder kann handeln“

Organisationen helfen und unterstützen:
WWF
NABU