Naturschutz & heilige Plätze

Über die Reise eines Bayern in die USA

Während einer Reise in den Staaten war ich für eine Weile in Durango, Colorado. Ich sah zuvor aus weiterer Ferne die Rocky Mountains und ich fühlte mich gut bei dem Gedanken dorthin zu gehen. Ich fühlte mich schon sozusagen angezogen, es wurde mir warm ums Herz, und als ich bei ihnen war, waren sie noch fantastischer als aus der Ferne. Das wohle Gefühl in mir blieb. Ich blieb für eine Weile an diesem Ort und erkundigte mich, ob es möglich ist, Navajos (Dinés) oder andere Indianisch-Stämmigen anzutreffen, um etwas über ihre Kultur zu erfahren…

Eine Frau erzählte mir von dem Fort Lewis College in Durango, an der auch Eingebohrene studieren konnten, und so schaute ich zu diesem College. Es gab einen Bereich, der „South West Studies“ hieß, dort konnten indianische Studenten Ihre Kultur als Studium wählen. Ich sprach mit mehreren Leuten, u.a. auch mit der Direktorin. Ich erwähnte, dass mich die Sicht Ihrer Leute interessiert, auch im Hinblick auf die Erde – da gibt es sicherlich was zu lernen. Ich war nie wirklich einverstanden mit unserem Verständnis von Natur und dem wie es vermittelt wurde – irgendetwas fehlte doch.

Sie verwies mich auf eine Gruppe von Studenten, die sich für den Naturschutz einsetzen. Ich durfte daraufhin zwei der Gruppe „Small Axe, Small Steps“ (Kleine Axt, kleine Schritte) kennenlernen. Sie nahmen sich Zeit und sie erzählten mir etwas über ihr Engagement und zeigten mir ihre Schautafel. Sie engagierten sich bei Demonstrationen zum Erhalt „heiliger Plätze“ und unterstützen andere Gruppen. Zudem appellierten sie auch für sauberes Trinkwasser für die Navajos (Dinés), denen sie selber angehörten, um es vor Belastungen durch weiteren Uranabbau und Kohlebeförderung zu schützen.

Solch eine Art von Problemen haben wir in Deurtschland/Europa wohl nicht. Die Regelungen der Regierungen sind strenger und wir haben recht sauberes Wasser aus dem Wasserhahn. Außerdem die Tatsache, dass es auch vielerorts auch Trinkwasser im Supermarkt gibt, lässt  kaum einen mehr sagen: „haltet die Flüsse rein, wir wollen schließlich daraus trinken…!“, nur die, die noch davon leben und abhängig sind. Oft sind sie eine Minderheit in Anbetracht der restlichen Bevölkerung und es dringt nicht sehr viel bzw. garnicht an die Öffentlichkeit.

Auch wenn bei uns verschiedene Gruppen und Verbände dem Naturschutz viel Engagement zukommen lassen, so fiel mir eines auf und es machte mich nachdenklich: der Bezug zur Natur. Es gibt dabei einen Unterschied, wie die Natur betrachtet wird, und dieser Unterschied wirkt sich meiner Überzeugung nach auch auf das Wohlergehen und die Lebensweise von uns aus. Während bei uns die Rede von Naturschutz ist, und damit die Erhaltung der Umwelt und natürlichen Ressourcen gemeint ist, so sprachen diese Menschen von „heiligen Plätzen“. Diese verbundene und respektvolle Haltung war für sie selbstverständlich. Es war deutlich zu sehen, wie sehr sie mit diesem Land verwurzelt sind. Es schien, als sei der „Faden“, der die Menschen mit dem Land verbindet, bei ihnen noch erhalten zu sein. Dass alles miteinander verbunden ist, das scheint eine alte, weise Ansicht zu sein, während wir nach Lösungen Ausschau halten, aber diesen „Faden“ nicht aufnehmen.

Aus dieser Sicht bedeutet Naturschutz wohl nicht allein die Erhaltung von Ressourcen, sondern auch die Erhaltung von heiligen Plätzen und unserer Verbundenheit mit der natürlichen Welt. Einfach gesagt: wenn wir uns mit etwas verbunden fühlen, dann fügen wir dem auch keinen bewussten Schaden zu, denn dadurch würden wir uns nur selber schaden. Also warum die natürliche Welt und welchen Platz wir als Menschen darin haben nicht wieder in alle Bereiche integrieren: Schule, Wirtschaft, kulturelle Feste, Zeremonien… um den Kreis wieder zu schließen.

Und da kommt natürlich dann auch die Frage auf: wo sind denn in Europa solch besondere „heiligen Plätze“? In Deutschland etwa u. a. die Zugspitze als höchster Berg hierzulande?

Da „heilig“ von „heil“ kommt, so können diese besonderen Gebiete wahrscheinlich auch zum Heil der Menschen und der Welt, in der wir leben, beitragen. Wer pflegt z.B. nicht gern seinen Lieblingsort/-platz im Haus oder im Garten, weil er ihm/ihr gut tut…

Bild-3

Zwei engagierte Mitglieder von Smal Axe, Small Steps

Bild-2

Schautafel der Gruppe Small Axe, Small Steps

Bild-1

San Francisco Peaks (Arizona/USA), heilige Berge der Ureinwohner

Das Gefühl, dass alles miteinander verbunden ist, entspricht dem Bild, dass wir ein Teil sind von einem großen Ganzen; es hat etwas heilendes an sich. Die Lakota (ein Volk der Sioux) verwenden dafür den Ausdruck „Mitakuye Oyasin“, was so viel bedeutet wie „wir sind mit allem verwandt“.

Mit diesen Worten möchte ich dieses Thema nun beenden. Ich bedanke mich für deine Aufmerksamkeit!

Hier noch weitere Websites von indigenen Gruppen in Nordamerika, die ich von Small Axe, Small Steps bekam:

Indigenous Environmental Network http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.ienearth.org

Honor the Earth http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.honorearth.org

Black Mesa Water Coalition http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.blackmesawatercoalition.org

Sacred Earth Network http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.sacredearthnetwork.org

Dine CARE  http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.dinecare.org

Dooda Desert Rock http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.doodadesertrock.org

Native Movement http://service.gmx.net/de/cgi/derefer?TYPE=3&DEST=http%3A%2F%2Fwww.nativemovement.org