Olympische Spiele auf gestolenem Land

Die andere Medallie der Olympischen Spiele

Die Winterolympiade im kanadischen Vancouver hat am 12. Februar begonnen, es wird täglich über Siege und Niederlagen berichtet. Doch wie sieht es mit den Ureinwohnern dort aus? Einige wurden durch Geld als „Vorzeigeindianer“ gewonnen, andere machen durch Proteste auf den Landraub und die Zerstörung ihres Landes aufmerksam. Weil das keine Schlagzeilen in den Medinen wert ist, möchten wir hier die Sonderausgabe des „Coyoten“, dem Magazin der Aktionsgruppe Inidaner und Menschenrechte aufmerksam vorstellen:

„Während Kanada den Geist von kultureller Vielfalt und Toleranz beschwört, weigert sich die Regierung unter Stephen Harper gleichzeitig weiterhin, die indigenen Rechte anzuerkennen und die UNDeklaration der Rechte der Indigenen Völker von 2007 – die erste internationale Vereinbarung, welche die kolonialistische Doktrin von Entdeckung und Eroberung verwirft – zu unterzeichnen. Vielmehr leugnete Harper im September 2009 jedes koloniale Erbe Kanadas.
Längst geht es bei den Olympischen Spielen nicht mehr um den Gedanken der Völkerverständigung, sondern um knallharte Wirtschaftsinteressen. Nach Prognosen werden die Spiele bis zu zehn Milliarden Dollar verschlingen, während sich die soziale Lage der Indigenen weiter verschärft. In den Reservaten fehlt es an angemessenen Wohnverhältnissen, Kanalisation, Strom oder Trinkwasser. Die Lage in den Städten ist nicht weniger katastrophal, die Indigenen werden diskriminiert und marginalisiert. Von Nachhaltigkeit – einem der IOK-Prinzipien – kann keine Rede sein. Durch die Infrastrukturmaßnahmen im Umfeld Vancouvers wurden Häuser abgerissen, unerschwingliche Neubauten errichtet und die ärmeren Bewohner vertrieben. Seit der Vergabe der Spiele 2003 sind bereits 850 günstige Wohneinheiten verschwunden und die Obdachlosigkeit in Vancouver hat sich verdreifacht…“

Fotos und weitere Hintergründe in dem 12-Seitigen Sonderheft. die dort durch Doppelklick auf das Tittelbild heruntergeladen werden kann.