Schutz für die Bienen – EU stimmt für Teilverbot von Pestiziden

Die EU-Mitgliedsstaaten haben Ende April mehrheitlich für ein Teilverbot von drei umstrittenen Pestiziden gestimmt, die aus der Gruppe der Pflanzenschutzmittel mit Neonicotinoiden stammen und das Leben der Bienen gefährden. In der entscheidenden Sitzung in Brüssel stimmten 15 Staaten für das Verbot. Acht Länder waren dagegen, vier enthielten sich der Stimme. Österreich stimmte auch dieses Mal gegen das Verbot. Deutschland hat Medienberichten zufolge für das Verbot gestimmt.
Damit liegt die Entscheidung nun bei der EU-Kommission, die ein Verbot befürwortet. EU-Gesundheitskommissar Tonio Borg bedauerte, dass die notwendige Mehrheit nicht erreicht wurde. Er versprach aber, alles zu tun, um sicherzustellen, dass „unsere Bienen, die so wichtig für unser Ökosystem sind und der europäischen Landwirtschaft einen Beitrag von jährlich mehr als 22 Milliarden Euro leisten, geschützt werden“.
Das Verbot sollte Borgs Plänen zufolge am 1. Juli in Kraft treten. Nachdem die Entscheidung nun bei der Kommission liegt, die laut Reuters noch am Montag verkündet hat, das Verbot einzuführen, wird es voraussichtlich fünf Monate später mit 1. Dezember in Kraft treten. Der Gebrauch der Chemikalien soll vorerst für Wintergetreide und Pflanzen, die keine Bienen anziehen, erlaubt bleiben.
Die Neonicotinoide sind Insektizide, welche die Pflanzen über die Wurzeln aufnehmen und in die Blätter transportieren, die dann vor beißenden und saugenden Insekten geschützt sind. Allerdings töten diese Insektizide auch Bienen. Bei dem in den letzten Jahren in verschiedenen Weltgegenden auftretenden Massensterben von Bienenvölkern wurden immer wieder Pestizide auf der Basis von Neonicotinoiden als mögliche oder mitverantwortliche Ursache vermutet. Bei einem Bienensterben im südlichen Oberrheintal  im Frühling 2008 war sogar nachweisbar der Wirkstoff Clothianidin (ein Neonicotinoid) verantwortlich. Mehr als 11.500 Bienenvölker wurden dabei über ein Gebiet hinweg geschädigt, das sich im Rheintal von Lörrach bis Rastatt erstreckte.