Spektakuläre Verwandlungen

Die Natur ist ein großer Zauberer. Sie verwandelt Wasser- in Landtiere und plumpe Raupen in fliegende Schönheiten. Aber nicht nur Frösche und Schmetterlinge machen Metamorphosen durch – auch die Menschen!

Wie wäre es, wenn wir fliegen oder unter Wasser atmen könnten? Naja, solche zauberhaften Verwandlungen kommen doch nur im Märchen vor. Oder? Weit gefehlt! Schauen wir uns doch nur einmal in der Natur um: Eine Kaulquappe, die mit ihren Kiemen unter Wasser atmet, wird plötzlich ein Frosch – ein Landtier mit Lungen. Die plumpe Raupe bekommt einen feingliedrigen Insektenkörper und bunte Flügel, mit denen sich das Tier vom Erdboden in die laue Sommerluft aufschwingt. Ähnlich wie bei den Schmetterlingen verhält es sich auch bei den Libellen, deren verlassene Larven-Hüllen man an den Stengeln von Wasserpflanzen finden kann. Metamorphose heißt das aus dem Griechischen stammende Fachwort für diese zauberhaften Verwandlungen, die man vor allem im Frühsommer in der Tierwelt beobachten kann.

Allerdings zaubert die Natur nicht nur aus Spaß. Die Metamorphosen im Tierreich dienen einem bestimmten Zweck: Im Falle der Raupe und des Schmetterlings beispielsweise dehnt sich die Population dank der leichteren Fortbewegung durch die Luft über ein breiteres Gebiet aus, als es den Raupen jemals möglich gewesen wäre. Auch Frösche können – indem sie sich nicht mehr nur im Wasser, sondern auch an Land fortbewegen – zu weiter entfernt gelegenen Gewässern wandern und damit größere Lebensräume erobern. Meistens haben die Tiere im diesem Stadium ihrer Entwicklung nicht mehr das Fressen und Wachsen als Hauptziel, sondern die Vermehrung.

Bei den Landtieren findet übrigens ebenfalls eine Metamorphose statt – allerdings unter einer harten Eischale oder im Mutterleib verborgen. Menschliche Embryos gleichen in den ersten Wochen … nun, wem wohl? Genau: den Kaulquappen! Sie schwimmen wie sie – allerdings nicht in einem Tümpel, sondern im Fruchtwasser der Gebärmutter. Dass die Verwandlung beim Menschen derart unsichtbar vonstatten geht, hat natürlich auch wieder einen Vorteil: Das junge, verletzliche Leben darf sich gut geschützt vor Feinden entwickeln.