Verlockendes Paradies

Ferien, Urlaub, Sonne pur … die paradiesischen Zustände im August verlocken dazu, alle Viere gerade sein zu lassen. Aber die Tiere wissen: Der Sommer währt nicht ewig.

Träge in der Sonne dösen, während der Bach seicht dahin plätschert. Wenn der Hunger sich meldet, pflückt man ein paar Früchte vom Baum. Alles völlig ohne Anstrengung – nicht dass man ins Schwitzen kommt! Die Tiere in der freien Natur sehen das ein bisschen anders. Kaum kommt der Hochsommer so richtig in Fahrt, bereiten sie sich auch schon wieder auf den Winter vor. Die einen hamstern alles, was sie an Getreidekörnern in ihren Bau zu schleppen vermögen. Für Hamster beginnt nämlich schon Ende August die Winterruhe. Die anderen futtern, um Kraft für die lange Reise in den Süden zu bekommen.

Zugvögel wie Grasmücken stellen ihren Verdauungsapparat nach der Brutzeit komplett um: von Insekten auf Früchte. An Holunder und Eberesche, wo die Beeren zuhauf in den Zweigen hängen, tun sich die Vögel gütlich. Als erste reisen übrigens Pirol und Mauersegler bereits ab Ende Juli ab.

Noch an einer weiteren Tierart kann man erkennen, dass die Sommerzeit nicht ewig währt: an den Bienen. Ende Juli stoppen die fleißigen Insekten ihre Honigproduktion und beenden damit das Bienenjahr. Die Zeit des Pollen- und Nektarsammelns ist mit der Blütezeit zwangsläufig vorüber. Was bisher gesammelt wurde, muss bis zum nächsten Frühjahr reichen. Der ganze Bienenstock kümmert sich im August und September nur noch um die Aufzucht der langlebigen Winterbienen. Währenddessen schrumpft das Volk, das zuvor aus 30.000 bis 60.000 Bienen bestanden hat, auf ein Drittel zusammen. So wird das Überleben des Stockes gesichert – und nicht nur das!

Denn mit dem Überleben der Gattung der Honigbiene hängt auch das Überleben der Pflanzen zusammen. Die Biene bestäubt etwa 80 Prozent von ihnen und gewährleistet so deren Fortpflanzung. Im antiken Griechenland war die Biene eines der heiligen Tiere im Gefolge der Fruchtbarkeitsgöttin Artemis, bei den Christen finden sich drei Bienen im Wappen von Pabst Urban VIII, die für Fleiß, Sparsamkeit und Süße stehen.

Der Physiker Albert Einstein fasste die Bedeutung der Biene folgendermaßen zusammen: „Wenn die Biene einmal von der Erde verschwindet, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben. Keine Bienen mehr, keine Bestäubung mehr, keine Pflanzen mehr, keine Tiere mehr, kein Mensch mehr.“

Kein Wunder, dass das Tier trotz seiner Winzigkeit so gern als Vorbild genommen wird. Also: nicht auf den Lorbeeren ausruhen, sondern auf die Zukunft vorbereiten! Es bleibt schließlich nicht ewig Sommer …