Zecken aus Naturvölker und medizinischer Sicht

Zecken – die „unsichtbare“ Gefahr?

Das Thema Zecken wird dieses Jahr wegen des milden Winters mehr als zuvor wieder ein Thema für alle „Freunde der Frischluft“ werden. Ich hab jetzt schon, Anfang April, von meiner Katze sieben Zecken entfernt. Sieben auf einen Streich! Letztes Jahr lag um diese Zeit Schnee und an die Krabbler war noch nicht zu denken. Im folgenden Text greife ich Gedanken auf, die nicht aus fundierten  wissenschaftlichen Grundlagen bestehen (wie Text unten), sondern meine Gedanken und Meinung als Naturbegeisterten zu diesem Thema wiedergeben.

Wie die Zecke ihren Wirt findet: Sie besitzt dafür ein ausgeprägtes Sinnesorgan an den Enden der Vorderbeine das mechanische, chemische und thermische Reize registrieren kann. Sie können ihren Wirt anhand der Erschütterung, der ausgestrahlten Wärme und des ausgeatmeten Kohlendioxids erkennen (vgl. Zecken-kleiner Stich mit bösen Folgen, Kimming/Hassler/Braun)

Sind Zecken eine so große Gefahr, dass wir nicht mehr hinaus in die Natur gehen können (Wie es in vielen Medien empfohlen wird)? Das wir uns doch möglichst zu 100% vor ihr schützen müssen?

Das Problem daran ist: Wir müssen die Zecken nicht erst in der freien Natur suchen, nein sie leben auch vor unserer Haustüre im Gras, in den Hecken und den Büschen. Und mit den Haustieren kommen sie sogar in unsere Wohnungen. Wie aber sollen wir mit diesen „gefährlichen Insekten“ umgehen?

Aber da sind wir schon beim ersten Denkfehler. Das „gefährliche Tier“ ist ja in diesem Fall nicht die Zecke sondern sie ist nur der Wirt – Überträger von Bakterien und Viren. Die Zecke hat ihren Platz in der natürlichen Ordnung und auch sie ist – Mitakuye Oyacin – wie alles mit uns verwandt.

Der zweite Denkfehler ist meiner Ansicht nach,  „ich kann mich ja impfen lassen“. Ich will nicht gegen eine Impfung plädieren, das soll jeder für sich selbst entscheiden. Aber kann ich mich wirklich gegen die „Gefahren“ der Natur impfen? Fühle ich mich dadurch nicht zu sicher?

Wie im nachfolgenden Text zu lesen ist, sind nur 1-5% der Zecken mit FSME infiziert, gegen die ich mich auch impfen lassen kann. Dagegen steht jedoch die Zahl von 25-45% Befallsrate (jede 2-3) der Zecken mit Lyme-Borreliose, gegen die es kein vorbeugendes Mittel gibt. Sind wir also schutzlos ausgeliefert?

Dazu will ich noch eine Frage in den Raum stellen: Wie gehen denn Menschen in anderen Regionen der Erde mit direkten und indirekten Gefahren um, z.B. Schlangen, Spinnen, Pumas oder Bären?

Ok, welche Möglichkeiten habe ich also um mich zu schützen. Praktisch gesehen wäre die einfachste  Möglichkeit durch die Kleidung, also möglichst die Socken über die lange Hose, Oberteil lang und in die Hose gesteckt. Fachliteratur empfiehlt helle Kleidung, da man die Zecken dort leichter krabbeln sieht. Diese fällt aber für mich weg, da ich ja draußen nicht wie eine Leuchtboje auffallen will.

Ich kann mich aber auch anders schützen: Es geht darum Intuition, Wahrnehmung und Aufmerksamkeit  zu üben und zu integrieren. Aber es geht auch um Wissen – wo gibt es vermehrt Zecken, z.B. an den Tierpfaden und auf Schlafplätzen. Da können es schon mal an die 30-50 kleine Zecken werden, die man mit einem Schlag aufliest. Erkenne ich diese Plätze, so kann ich ihnen auch aus dem Weg gehen.

Doch am wichtigsten ist meiner Meinung nach – Intuition, Aufmerksamkeit und Wahrnehmung für den eigenen Körper zu entwickeln. Erspüren und Erfühlen wenn was krabbelt und immer auch gleich nachschauen ob da wirklich was ist. Mit der Zeit kann man dadurch einen erstaunlich feinen und zuverlässigen Zeckensinn entwickeln. Unser Gefühl teilt uns mit wenn da was unterwegs ist und darum sollten wir wieder Körper und Geist auf die Wahrnehmung der Signale schulen. Denn wir bzw. unser Körper ist immer noch das sicherste Instrument zur Vorbeugung. Diese Fähigkeiten waren für alle Naturvölker lebensnotwendig. In diesem Sinne sind Zecken auch keine Gefahr, sondern große Lehrer die unsere Aufmerksamkeit und Wahrnehmung immer wieder fordern.

Richard Pradel

Naturzeit Natur- und Wildnisschule
info@naturzeit-wildnisschule.de

Gute Zeckenseite: http://www.zecke.de/

Und hier die medizinischen Infos:
Mit freundlicher Unterstützung von: MEDITIS GmbH in Zusammenarbeit mit der Deutsche Gesellschaft für Reise- und Touristik Medizin e.V.
Verfasser: Dr. med. Raymund Lösch & Dr. rer. nat. Mirko Dreßler; Quellen: RKI, DRTM

Zecken – Überträger von Borreliose und FSME

Zecken sind blutsaugende, durch ihren Stich zahlreiche Krankheiten übertragende Hautparasiten, die zu den Spinnentieren gehören. Die Tiere haben eine Größe zwischen 0,5 und 3 mm. Aktiv werden sie bei Temperaturen um 10°C, also meist vom Frühjahr bis zum Herbst. Sie kommen bis zu einer Höhe von ca. 2000 m über dem Meeresspiegel vor. Ihr Lebensraum sind Gräser und Buschwerk bis zu einer Höhe von ca. 1 m. Hier können Tiere und Menschen mit den Zecken in Kontakt kommen: die Zecken werden meist von den Pflanzen abgestreift und lassen sich zum Blutsaugen auf der Haut nieder. Bis zum eigentlichen Stich können mehrere Stunden vergehen. Während des Stichs geben sie Speichel in die Stichwunde ab. Dieser Speichel enthält schmerz- und gerinnungshemmende Substanzen, so dass der eigentliche Stich nicht schmerzhaft ist und oft unbemerkt bleibt.

Eine Gesundheitsgefährdung für den Menschen geht von Zecken aus, die mit Krankheitserregern infiziert sind. In Regionen wie z.B. Südafrika und Amerika können durch Zecken Erkrankungen wie das Zecken-Rückfallfieber oder die Zecken-Lähmung übertragen werden. In Mitteleuropa ist hauptsächlich die Schildzecken (Ixodes ricinus), im Volksmund oft Holzbock genannt, heimisch. Sie überträgt vor allem die Lyme-Borreliose und die FSME.

Lyme-Borreliose

Die Lyme-Borreliose, benannt nach dem Ort Lyme (Connecticut, USA), in dem gehäuft Gelenkentzündungen nach Zeckenstichen auftraten, wird durch Bakterien, die sogenannten Borrelien, ausgelöst. In Europa und auch in Deutschland ist sie die häufigste durch Zecken übertragene Erkrankung. In Mitteleuropa können bis zu 50 % der erwachsenen Zecken mit den Bakterien infiziert sein. Als Reservoir für die Bakterien sind neben den Zecken auch Vögel, Nagetiere und andere Säugetiere bekannt. Auch Hunde, Kühe und Pferde können unter Umständen an der Infektion mit Borrelien erkranken.

Typischerweise tritt als Frühsymptom eine Hautrötung auf. Diese wird einige Tage bis Wochen nach dem Zeckenstich rund um die Einstichstelle sichtbar und zeichnet sich vor allem durch ihre ringförmige Größenzunahme aus. Deshalb wird diese Veränderung auch „Wanderröte“ genannt. Meist ist die Wanderröte schmerzlos, manchmal kann sie auch jucken oder brennen. Zusätzlich können Grippeähnliche Beschwerden wie Abgeschlagenheit, Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen und in einigen besonderen Fällen auch Symptome einer Gehirnhautentzündung auftreten.

Nach Wochen oder Monaten, wenn sich die Borrelien im Körper verteilt haben, können weitere Beschwerden hinzu kommen. Häufig sind Gesichtslähmung, Hirnhautentzündung oder Herzmuskelentzündung. Gelegentlich können auch starke Schmerzen in Muskeln oder Gelenken auftreten. Im sogenannten chronischen Spätstadium, welches sich unter Umständen erst nach Jahren zeigen kann, werden hauptsächlich Gelenkentzündungen (zu 80 % ist das Kniegelenk betroffen), die sog. „Pergamentpapierhaut“, sowie selten Lähmungen der Beine oder Arme beobachtet. Erkrankte Personen sind nicht ansteckend. Zum Schutz vor der Borreliose sollte auf eine strikte Expositionsprophylaxe (Schutz und Verhinderung von Zeckenstichen) geachtet werden. Eine Impfung gibt es nicht.

Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME)

In bestimmten Regionen sind Zecken mit Viren infiziert, die die FSME auslösen. Diese Regionen (Endemiegebiete) liegen u.a. in Süddeutschland, Österreich, der Schweiz, den baltischen Ländern, Russland, Polen, in der Tschechischen und in der Slowakischen Republik, in Ungarn, Südschweden, Slowenien und Albanien. Von geringerer Bedeutung sind Frankreich, Italien und Griechenland. Kein FSME-Risiko besteht auf der Iberischen Halbinsel, in Großbritannien, den Benelux-Ländern und Dänemark. In den FSME-Gebieten Deutschlands sind 1 bis 5 % der Zecken mit dem Virus infiziert. Das primäre Erregerreservoir sind Kleinsäuger, insbesondere Mäuse, aber auch Vögel, Rehe und Rotwild. Die Übertragung erfolgt durch den Zeckenstich, sehr selten durch virushaltige Milch von Ziegen und Schafen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch gibt es bei der FSME nicht.

Etwa 70 % der Infektionen verlaufen ohne Symptome, werden also von den Betroffenen gar nicht wahrgenommen. Zwischen 2 und 28 Tagen nach einen Zeckenstich kann es zu Krankheitssymptomen kommen. Man unterscheidet typischerweise zwei Phasen. Die erste Phase geht mit grippeähnlichen Symptomen einher. Nach wenigen Tagen kommt es meist zu einer Besserung und die Erkrankung ist damit meist überstanden. Bei ca. 10 % der Infizierten tritt jedoch nach einem beschwerdefreien Intervall von etwa einer Woche die zweite Erkrankungsphase auf. Das Virus befällt hierbei das zentrale Nervensystem. Es kann zum Auftreten einer Hirnhautentzündung (Meningitis), einer Gehirnentzündung (Enzephalitis) und in seltenen Fällen auch zu einer Beteiligung des Rückenmarks mit auftretenden Lähmungserscheinungen kommen. Weiterhin können Bewusstseins-, Sprach- und Schluckstörungen sowie psychische Veränderungen auftreten. Zum Schutz vor der FSME besteht die Möglichkeit einer Impfung. Darüber hinaus sollte auf eine strikte Expositionsprophylaxe (Schutz und Verhinderung von Zeckenstichen) geachtet werden.

Ausführliche Informationen zum Thema Zecken sind in Form eines aktualisierten umfassenden Merkblattes bei der MEDITIS GmbH von Montag bis Freitag von 8.00-18.00 Uhr unter der Reisemedizin Hotline 0900 191 0 191 (1,80 Euro/Min) erhältlich. Hier finden Sie auch grundsätzlichen Informationen zum Thema Zecken Adressen von spezialisierten Laboren für die Untersuchung von Zecken in Deutschland und weitere Literaturhinweise.

Ausführliche reisemedizinische Infos bietet die MEDITIS GmbH von Montag bis Freitag von 8.00-18.00 Uhr unter der Reisemedizin Hotline 0900 191 0 191 (1,80 Euro/Min) an. Telefonkosten sind die einzigen Kosten. Der Info-Versand erfolgt nach Bestellung über die o.g. Reisemedizin Hotline als Fax oder als E-Mail.

Dr. rer. nat. Mirko Dreßler

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